Zuletzt aktualisiert am 5. August 2026.

Seit 2025 gilt in Bremen eine neue Grundsteuer. Viele Eigentümer haben einen neuen Bescheid bekommen und fragen sich: Stimmt der Betrag? Und warum zahle ich jetzt anders als vorher? Wir zeigen Ihnen, wie hoch der Hebesatz ist, wie Sie Ihre Steuer selbst nachrechnen und was das Wichtigste beim Verkauf oder Vermieten ist. Einfach und verständlich, ganz ohne Paragrafendeutsch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Höhe der Grundsteuer hängt vom Hebesatz ab:
    In der Stadt Bremen liegt der Hebesatz für die Grundsteuer B bei 755 Prozent, in Bremerhaven bei 896 Prozent.
  • Konkrete Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus:
    Bei einem Grundsteuerwert von 200.000 Euro zahlen Eigentümer in der Stadt Bremen rund 468 Euro Grundsteuer im Jahr.
  • Die Grundsteuer wird viermal im Jahr fällig:
    Die Stadt zieht sie jeweils zum 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November ein.
  • Wer zahlt, entscheidet der Stichtag:
    Wer am 1. Januar Eigentümer der Immobilie ist, zahlt die Grundsteuer für das ganze Jahr.
  • Berechnet wird nach einer festen Formel:
    Sie ergibt sich aus Grundsteuerwert mal Steuermesszahl mal Hebesatz.

Inhaltsverzeichnis

Wie hoch ist die Grundsteuer in Bremen aktuell?

Wie viel Sie zahlen, hängt ganz vom Hebesatz Ihrer Stadt ab. Für bebaute und unbebaute Grundstücke, die sogenannte Grundsteuer B, gilt in der Stadt Bremen seit 2025 ein Hebesatz von 755 Prozent. In Bremerhaven liegt er mit 896 Prozent höher.

Beide Städte haben ihre Sätze mit der Reform neu festgelegt. Ein Vergleich mit den alten Hebesätzen führt allerdings in die Irre, denn die Berechnungsgrundlage hat sich komplett geändert. Ein höherer Hebesatz bedeutet also nicht automatisch eine höhere Steuer.

Was bedeutet das in Euro? Für ein normales Einfamilienhaus in Bremen sind es rund 468 Euro im Jahr. Wie sich dieser Betrag genau zusammensetzt, sehen Sie gleich im Anschluss in unserer Beispielrechnung.

KennzahlStadt BremenBremerhaven
Hebesatz Grundsteuer B755 %896 %
Steuermesszahl Wohnen0,31 ‰0,31 ‰
Steuermesszahl Gewerbe und unbebaut0,75 ‰0,75 ‰

Bremen rechnet nach dem bundesweiten Modell, nutzt aber eigene Steuermesszahlen. Wohneigentum wird dadurch niedriger belastet als Gewerbe. Im Internet stehen zu diesem Thema viele veraltete Zahlen. Die aktuellen Werte finden Sie beim Senator für Finanzen.

So berechnen Sie Ihre Grundsteuer in Bremen

Die Berechnung sieht komplizierter aus, als sie ist. Am Ende werden nur drei Zahlen miteinander multipliziert. In der Infografik sehen Sie die gesamte Formel auf einen Blick:

So wird die Grundsteuer in Bremen berechnet. Die Formel: Grundsteuerwert mal Steuermesszahl mal Hebesatz ist gleich Ihre Grundsteuer.

Die Formel und die drei Bescheide

Zuerst legt das Finanzamt den Grundsteuerwert Ihres Grundstücks fest. Diesen Wert multipliziert es mit der Steuermesszahl. Das Ergebnis heißt Grundsteuermessbetrag. Darauf rechnet Ihre Stadt den Hebesatz an, und fertig ist die Grundsteuer. Dazu bekommen Sie drei Bescheide nacheinander. Zahlen müssen Sie aber erst nach dem letzten.

Ein Rechenbeispiel für ein Bremer Einfamilienhaus

So sieht die Rechnung beispielhaft mit konkreten Zahlen aus:

  • Grundsteuerwert (vom Finanzamt): 200.000 Euro
  • x Steuermesszahl Wohnen: 0,00031
  • x Hebesatz Stadt Bremen: 7,55 (das sind 755 Prozent)
  • ergibt eine Grundsteuer von: 468,10 Euro pro Jahr

Für Ihren eigenen Betrag setzen Sie den Grundsteuerwert aus Ihrem Bescheid in die Formel ein. Der Bodenrichtwert dahinter zählt auch bei einer professionellen Immobilienbewertung.

Ist die Grundsteuer in Bremen teurer geworden?

Für die einen ja, für die anderen nein. Die Reform ist aufkommensneutral. Das heißt: Die Stadt nimmt unterm Strichnicht mehr ein als vorher, das Geld verteilt sich nur anders. Manche zahlen jetzt weniger, manche mehr.

Entscheidend ist die Lage. Wer auf teurem Boden in einer gefragten Gegend wohnt, zahlt eher mehr. Einfachere Lagen werden oft entlastet. Diese Verschiebung war politisch gewollt und geht auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zurück. Die höchsten Finanzgerichte haben zentrale Klagen gegen die neue Berechnung bislang abgewiesen.

Wer zahlt die Grundsteuer und wann wird sie fällig?

Entscheidend ist dabei ein fester Stichtag: Wer am 1. Januar Eigentümer ist, schuldet die Grundsteuer für das gesamte Jahr. Ein Verkauf im Laufe des Jahres ändert daran gegenüber der Stadt nichts. Die Zahlung teilt sich in vier gleiche Raten über das Jahr:

  • Februar
  • Mai
  • August
  • November

Wenn Sie ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt haben, bucht die Stadt die Beträge automatisch ab. Einen neuen Bescheid bekommen Sie nur, wenn sich der Eigentümer, der Grundsteuerwert oder der Hebesatz ändert.

Grundsteuer oder Grunderwerbsteuer? Der Unterschied in Kürze

Beide Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber etwas ganz Verschiedenes:

GrundsteuerGrunderwerbsteuer
Wannjedes Jahreinmalig beim Kauf
WofürBesitz einer ImmobilieErwerb einer Immobilie
Höhe in Bremenüber den Hebesatz von 755 %5,5 % vom Kaufpreis
Wer zahltdie Eigentümerin der Regel die Käufer

Wie sich die einmalige Steuer beim Kauf in die Gesamtkosten einordnet, lesen Sie in unserem Beitrag zu den Kaufnebenkosten in Bremen.

Teilung der Grundsteuer beim Verkauf

Beim Verkauf sorgt der Stichtag oft für Fragen. Gegenüber der Stadt bleiben Sie als Verkäufer für das ganze Jahr zuständig, auch wenn Sie schon im Sommer verkaufen. Denn es zählt, wem die Immobilie am 1. Januar gehört hat.

Deshalb wird die Steuer im Kaufvertrag anteilig aufgeteilt. Verkaufen Sie zum 1. Juli, übernimmt der Käufer die Grundsteuer ab diesem Tag und zahlt Ihnen seinen Anteil zurück. Diese Regelung gilt nur zwischen Ihnen und dem Käufer. Gegenüber dem Finanzamt zählt weiter der Stichtag.

Damit das im Vertrag nicht untergeht, kümmern wir uns darum. Ob Sie ein Haus verkaufen, eine Wohnung verkaufen oder ein Grundstück verkaufen wollen: Wir sorgen für eine faire Aufteilung dieser Kosten. Je nach Fall kann beim Verkauf zusätzlich die Spekulationssteuer anfallen.

Einfach. Mehr. Bewegen.

Sie denken über den Verkauf Ihrer Immobilie in Bremen nach und möchten von Anfang an alle Kosten im Blick behalten? Sprechen Sie uns gern unverbindlich an. Als Ihre Immobilienmakler aus Bremen begleiten wir Sie strukturiert durch den gesamten Verkauf.

Vier Teammitglieder von Schichtel und Partner lachen zusammen.

Umlage der Grundsteuer auf die Mieter

Für Vermieter und Kapitalanleger gibt es eine gute Nachricht.

Sie dürfen die Grundsteuer also über die Nebenkosten auf Ihre Mieter umlegen, wenn der Mietvertrag das vorsieht. Üblich ist die Verteilung nach Wohnfläche. Bei gemischt genutzten Häusern trennen Sie den gewerblichen Anteil ab, denn dieser gehört nicht auf die Wohnmieter. Mehr rund um die Vermietung finden Sie auf unserer Seite Immobilie vermieten.

So prüfen Sie Ihren Bescheid und legen Einspruch ein

Nach den neuen Bescheiden haben viele Eigentümer Einspruch eingelegt. Ein prüfender Blick lohnt sich also. Über die Höhe entscheidet dabei der Grundsteuerwert-Bescheid vom Finanzamt, nicht der spätere Grundsteuerbescheid Ihrer Stadt. Wer die Bewertung anzweifelt, muss also gegen den Bescheid des Finanzamts vorgehen. So gehen Sie vor:

  1. Bescheid prüfen: Kontrollieren Sie die Angaben zu Grundstücksgröße, Wohnfläche und Baujahr. Fehler bei diesen Werten wirken sich direkt auf die Höhe aus.
  2. Frist beachten: Für einen Einspruch haben Sie einen Monat ab Bekanntgabe des Bescheids Zeit.
  3. Einspruch einlegen: Reichen Sie ihn schriftlich oder über ELSTER beim zuständigen Finanzamt ein.

Ist Ihre Einspruchsfrist bereits abgelaufen, gibt es einen zweiten Weg. Liegt der festgestellte Grundsteuerwert mindestens 40 Prozent über dem tatsächlichen Marktwert Ihres Grundstücks, dürfen Sie den niedrigeren Wert ansetzen. Den Nachweis führen Sie über ein qualifiziertes Verkehrswertgutachten. Ob sich das lohnt, zeigt ein realistischer Blick auf den Wert Ihrer Immobilie.

Die nächste reguläre Neubewertung steht 2029 an. Dann bekommen Eigentümer automatisch neue Bescheide. Bei kniffligen Fällen oder Zweifeln an der Bewertung hilft Ihnen ein Steuerberater weiter. Für alles rund um den Verkauf sind wir für Sie da.

Häufige Fragen zur Grundsteuer in Bremen:

Wie hoch ist die Grundsteuer in Bremen?

Die Höhe richtet sich nach dem Grundsteuerwert Ihres Grundstücks. In der Stadt Bremen gilt dafür ein Hebesatz von 755 Prozent. Für ein Einfamilienhaus mit einem Grundsteuerwert von 200.000 Euro liegt die Grundsteuer bei rund 468 Euro pro Jahr.

Wie berechne ich die Grundsteuer in Bremen?

Multiplizieren Sie den Grundsteuerwert aus Ihrem Bescheid mit der Steuermesszahl von 0,00031 für Wohngrundstücke und danach mit dem Hebesatz von 7,55. Das Ergebnis ist Ihre Grundsteuer pro Jahr.

Wann muss ich die Grundsteuer zahlen?

Die Grundsteuer wird viermal im Jahr fällig, jeweils am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November.

Kann ich die Grundsteuer auf meine Mieter umlegen?

Ja. Die Grundsteuer gehört zu den umlagefähigen Betriebskosten und lässt sich über die Nebenkosten auf Mieter umlegen, wenn der Mietvertrag das vorsieht.

Wer zahlt die Grundsteuer beim Hausverkauf?

Gegenüber der Stadt zahlt der Eigentümer, dem die Immobilie am 1. Januar gehört. Im Kaufvertrag teilen Verkäufer und Käufer die Steuer meist anteilig auf.

Wie lege ich Einspruch gegen den Grundsteuerbescheid ein?

Prüfen Sie den Bescheid, beachten Sie die Frist von einem Monat und reichen Sie Ihren Einspruch schriftlich oder über ELSTER beim zuständigen Finanzamt ein.

Pascal Schichtel

Gründer und Inhaber von Schichtel & Partner Immobilien und zertifizierter Immobilienmakler (IHK). Vom Sportredakteur zum Immobilienexperten: Pascal Schichtel verbindet journalistisches Gespür mit fundiertem Fachwissen rund um Bewertung und Verkauf. Den Bremer Immobilienmarkt nennt er sein zweites Zuhause. Jetzt Kontakt aufnehmen

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